Die ersten Februartage sind stürmisch und nass, was jedoch willkommen ist, da mein Mann und ich krank sind – so haben wir es hier drinnen gemütlich und das Gefühl, nicht viel zu verpassen, wenn wir schlafen und ausruhen.
Morgens gehe ich nun nur kurz mit den Hunden zum Bach.
Die Luft ist unsagbar frisch, ich atme sie tief ein.
Der Weg ist matschig und triefend, das Gras glänzt hellgrün.
Auch heute begleitet uns der vorwitzige Zaunkönig, der uns immer ein Stückchen voraus mäuschengleich über die Halme und den Weidezaun flitzt.
Ich muss daran denken, dass mein Lieblingsladen einmal bis Anfang Februar weihnachtlich dekoriert war – nicht gerade mit Krippen oder Nikoläusen, aber mit Sternen und Glasanhängern an kahlen Zweigen.
„Ich mag es, wenn die Wintersachen bis Maria Lichtmess bleiben“, erklärte mir die herzliche Besitzerin.
Um ehrlich zu sein, wusste ich zu der Zeit nicht einmal, wann dieses kirchliche Fest liegt.
Aber ich fand es wunderbar, dass jemand nicht alles hopplahopp wegräumt, kaum dass etwas vorbei ist, sondern nachwirken lässt.
Jetzt ist Maria Lichtmess vorbei, und an unserem Tor hängt noch der wunderbare Kranz, seit unserem Hochzeitstag. Seitdem hat er uns täglich erfreut – und er sieht noch immer ganz frisch aus.
Als ich heute zurück komme, nehme ich ihn ab, trage ihn ins Haus und bastele ihn dort auseinander.
Und was sehe ich? Die länglichen braunen Holz-Streben, die ich für eine Art Lebkuchen- Deko gehalten habe, sind ein Paar Ski!
Da habe ich jeden Tag drauf geschaut, und sehe nun doch erst, was das ist.
Die Ski sind richtig hübsch. Sie kommen in die Weihnachtskiste für das nächste Jahr.
Heute früh ist es zum ersten Mal seit Tagen richtig hell.
Als ich mit den Hunden zurückkomme, klart der Himmel auf, diffuses Sonnenlicht bahnt sich einen Weg und verleiht der regennassen Landschaft einen sanften, unmerklichen Schimmer.
Mein Mann hat mir schon einen Kaffee bereitet - sein Milchschaum in Perfektion gelungen.
Herrlich!
Umgeben vom leisen Vogelgezwitscher atme ich die frische Luft, genieße ich das Spüren der Vorfrühlingssonne, betrachte ich das feine Aufleuchten eines Fleckchen Moos auf der niedrigen Klinkermauer, das warme Gelb der Narzissenblüten.
Brian leistet mir wie so oft hier Gesellschaft, richtet den Blick aufmerksam in die Ferne, witternd.
In der Buchenhecke ein Gefiepse - unverkennbar sind die ersten Spatzen mit der Paarung beschäftigt.
Brian muss unbedingt mitmischen, hüpft in die Blätter, bellt kurz, als wolle er die beschäftigten Sperlinge zur Vernunft rufen, ein bisschen Ordnung in den lauten Tumult bringen - er ist schließlich ein Hütehund.
Als er zurückkommt, perlt der Regen an seinem dichten Fell, und um ihn herum steigt der Hauch seines warmen Atems auf.
Mein Kaffee ist leergetrunken, und ich streife durch unseren Garten, möchte die kleinen Entdeckungen aufnehmen.
Ein Büschel Schneeglöckchen, am Fuße der Birken, ihre Blüten so weich und hell mit der Baumrinde korrespondierend.
Ich nehme zwei Blüten mit für eine kleine Vase, die neben dem Bild von Schneeglöckchen steht, jahreszeitlich passend, in unserer kleinen Küche.
Halte sie vorsichtig in den Händen. Weiter schauend.
Zarte Triebe der Traubenhyazinthen, noch fast versteckt unter Efeu und Laub.
Daneben winzige Blättchen, die sich der Morgensonne entgegen zu recken scheinen, und die unverkennbar aus den Körnern des Vogelhauses darüber, die zu Boden fielen, entstanden sind.
In der Zinkwanne neben der Bank am Haus öffnen sich die roséfarbenen Hyazinthen.
Ich liebe diese kleinen Blumen-Arrangements, jahreszeitlich passend, die ich immer gut sehen kann, wenn ich nach Hause komme oder auf der Bank nebenan sitze und meinen Kaffee genieße.
Den knorrige Zweig, der am Rand erkennbar ist, brachte einst Betti von einem Spaziergang bis nach Hause - seitdem dient er als Zierde - und als kleine Erinnerung daran, dass eine Freude nichts kosten muss.
An einem Zweig, der schon länger in einer Vase steht, geschieht etwas Wunderschönes: eine Magnolienblüte öffnet sich.
Der knorrige kleine Ast war Teil eines Blumenstraußes, den ich vor einiger Zeit bekam. Ich vermutete schon, dass er ein Magnolienzweig war - und wartete und schaute... doch nichts geschah.
Ich stellte den Zweig immer wieder in neue "Arrangements", behielt ihn aufgrund seiner urtümlichen Form.
Eigentlich hatte ich es schon aufgegeben, dass er überhaupt noch aufblüht - doch jetzt! Jetzt öffnet sich eine einzelne blasse Magnolienblüte, überrascht mich, so zart und sanft im späten Licht.
Am Abend wird es draußen feucht und kühl.
Wie gut, dass wir uns zu Hause einkuscheln, die Wärme unsers Ofens genießen können.
Oh wie herrlich! Endlich Sonnenschein, Wärme, lauer Wind... Die Krokusse scheinen zu platzen! Sie recken und strecken sich, hummelumbrummt. Ein einzelner Frühblüher wächst aus einer Pflasterritze empor, ungeachtet des winzigen Spaltes, so voller ansteckender Freude.
Wie kann es sein, dass ich so lange nicht mehr geschrieben habe? Fehlte es an Ruhe, Zeit, Muße? So oft formulierte ich Sätze in meinem Kopf, trug die Bilder und Texte nur in mir... ohne sie hochzuladen und einzugeben. Und dabei hat mir mein Blog selbst gefehlt.. So viele Tage sind vergangen.. Der Advent. Ein Kaffee mit Zimt am Zaun - noch hängen letzte Blätter. Der erste Frost, Schnee...
Es bleibt so wundervoll warm. Die Welt erscheint in einem sanft sonnigen Licht, und spürbar streckt sich jede Nase, jeder Halm dieser Wärme entgegen. Die Frühblüher scheinen im Zeitraffer zu wachsen, und die Schafweide, die so kahl da lag, zeigt sich ganz langsam mit grünem Flaum. Am Morgen sitze ich auf der kleinen Bank am Haus. Mein Mann hat mir einen perfekten Milchkaffee zubereitet, nachdem ich vom Hunde- Spaziergang zurück kam. Eingehüllt von Vogelgezwitscher genieße ich ihn Schluck für Schluck, während die wundervolle Sonne die Szenerie in warmes Licht taucht.
Es ist Karneval, und die Sonne scheint. Welch Glück für alle Jecken! Wir sind lieber Zuhause, genießen hier das fantastische Wetter. Und unsere Ruhe... Als ich bei den Schafen bin, wehen einzelne Klänge des Rosenmontag-Umzugs herüber, und ich stelle mir verkleidete Kinder vor, die sich über die Kamellen freuen. Ich setze mich auf die Holzpfosten, die hier am Rand der Weide noch gestapelt sind, und strecke das Gesicht in die Sonne.
Was für ein Tag! Nach einem sanften nächtlichen Regen erscheint der Morgen wie reingewaschen. Die Luft ist frisch und klar - und wunderbar mild. Schon früh wärmen die Sonnenstrahlen, scheinen die Landschaft wachzuküssen.



Hier ist er, mein kleiner Blog… und ich bin ein bisschen aufgeregt und gespannt, was sich ergeben wird mit diesem Anfang.
Eigentlich habe ich immer eher für mich selbst geschrieben – meine Gedanken, Gefühle notiert, in kleine Bücher, die ich irgendwo im sanften Sonnenlicht öffnete und einfach das in die Zeilen fließen ließ, was ich beobachtete, mich bewegte, beschäftigte… vor allem draußen in der Natur, in unserem Garten. Dort finde ich innere Ruhe, tanke auf, spüre all das, was mich umgibt, ganz intensiv, auch mich.
Neben dem Schreiben liebe ich es, zu fotografieren. Schon als Kind habe ich durch den Sucher geschaut – und weniger gesucht, als gefunden… Ich mag es sehr, Stimmungen einzufangen, die kleinen, feinen Augenblicke, so kostbar. Das wundersame Aufblitzen eines Eiskristalls, der Schimmer des Morgenlichts auf dem gefrorenen Teich, das überwinternde Zusammenrücken einer Gruppe Marienkäfer in unserem Gartenhaus. Es ist für mich immer wieder ein kleines Wunder, diese Ausschnitte zu entdecken, festzuhalten – mit der Kamera, vor allem im Herzen.
Und irgendwann dachte ich – warum nicht andere teilhaben lassen? Vielleicht erfreuen sich Betrachter an den Bildern, Worten… und wenn ich Glück habe, springt ein feiner Funken über.. und für einen Moment ist eine Verbindung da, ein geteilter Gedanke, ein berührendes Fühlen.
Ich habe diesen Blog „Wo sich Fuchs und Hase…“ genannt… nach dem bekannten Spruch „Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen“ – vor dem Hintergrund, dass ich auf dem Land lebe, mit meinem Mann, unseren Tieren, zwischen zwei Bauernhöfen. In unserer Zufahrtsstraße gibt es glücklicherweise keine Straßenbeleuchtung; hier sehen wir im Dunkeln in einer klaren Nacht noch wundervoll die Sterne und den Mond…und tatsächlich huscht immer einmal wieder auf leisen Sohlen ein Fuchs vorbei.
Mit etwas Glück beobachten wir Feldhasen und Kaninchen, leider viel zu wenige, die auf der Wiese nach Nahrung suchen. In meiner Vorstellung – wider besseren Wissens natürlich – leben sie in friedlicher Koexistenz; aber für einen Moment darf man ja träumen.
Auf jeden Fall erscheint mir unser Zuhause hier als eine kleine Zuflucht, etwas abgeschieden vom Rest der Welt, friedlich, ruhig, mit Unterschlupfmöglichkeiten für Wildtiere und dem Heim für uns und unsere Hunde und Katzen, mit denen wir wohnen, voller Dankbarkeit und Freude.
Vielleicht, vielleicht findest gerade einen Augenblick der Ruhe in diesem Blog, möchtest teilhaben an meinen Bildern und Worten zu meinem Erleben dieser kleinen eigenen Welt auf dem Land im Wechsel der Jahreszeiten – und spürst selbst ein bisschen Seelenfrieden, Kraft im Alltag, auch Inspiration. Das wünsche ich mir.