Kastanienkerzen und Meisenfiepen

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Oh wie wunderbar die frühen Spaziergänge vor Sonnenaufgang.

Meine Schritte federnd auf dem erdigen Weg, die milde Luft von Vogelstimmen erfüllt, am Himmel ein Hauch Morgenrot.

Oft begleitet von Pius und Blacky, die den Hunden und mir folgen, aufmerksam und aufgeregt.

Der Fuchs schleicht unbemerkt den Hang hinunter, bahnt sich seinen Weg zwischen den schlafenden Kühen nach unten zum Bach.

Noch ist die Welt so voller Stille.

 

Auf dem Rückweg geht die Sonne auf, lässt die Kastanienblüten wie Kerzen leuchten.

Mein Mann liebt diese Zeit besonders, möchte sie festhalten, bewahren.

Auf dem Pflaster liegen bereits die ersten Blüten, fein und leicht wie Krepp-Papierknöllchen.

Überhaupt scheint alles voller Blüten, Samen, verschrumpelter Knospen – die Straßen und Wege, Treppen und Autoscheiben, das Haus und das Collie-Fell, den Lauf der Dinge sichtbar machend, das Werden und Vergehen.

Alles hat seine Zeit…

Mein Kaffee auf der Bank ist erneut vom Fiepsen der Meisenjunge untermalt, schon kräftiger ihre Stimmchen.

Bald werden sie flügge - dann müssen die Katzen im Haus bleiben.

 

Die Blätter der Rotbuche im Sonnenlicht glänzen wie in dunklen Lack getaucht; die Kiefern tragen frisches Nadelgrün.

Auf dem Balkon trocknen die Bettbezüge im Wind, die Sonnenstrahlen aufnehmend. Ich freue mich darauf, mich am Abend damit zuzudecken, duftend und leicht.

Ich denke an meine liebe Freundin Christine, die es als kleines Kind schon liebte, sich in frische Bettwäsche zu legen - bis heute bedeutet es ihr kleines Glück.

 

Als mein Mann und ich spazieren gehen, nehmen wir einen lilafarbenen Luftballon mit, der sich mitten auf ein Feld verirrt hat- ich möchte nicht, dass er vielleicht noch auf der Kuhwiese landet.

Zu Hause knote ich ihn kurzerhand an den Zaun, wo er dann die nächsten Tage vor sich hinschaukelt - immer kleiner und kleiner werdend. Seine Farbe korrespondiert mit den Blüten der Nelken, gepflanzt in der Zinkwanne darunter, die mich immer an das Muster von Mädchen-Sommerkleidern erinnern.

Wo er wohl vorher hing? Welches Fest er zuvor schmückte?

 

Ich denke an die Schule, an der Abschied meiner vierten Klasse...

Jedes Kind hielt einen Gasballon mit einem Wunsch auf einem Zettelchen daran, eins-zwei-drei... und dann stiegen sie auf, flogen los, bunte Tupfen in einem unglaublich blauen Himmel... immer kleiner werdend, vorbei...

Loslassen, Weiterziehen, Entschwinden...

Und mir stiegen die Tränen in die Augen.

 

Am Abend ist alles in einen warmen Schein getaucht, von Sanftheit umgeben.

Die verblühten Weidenkätzchen polstern den Weg am Bach; die Ufer von Schafsgarbe und Wilder Möhre gesäumt, sich wiegend im lauen Wind. Die Sternmieren an den Birken erfreuen mich aufs Neue, ihre Blüten wie feine Sternchen im Gras.

 

Unsere Hunde dösen im Abendwind, der sanft durch ihr Fell streicht. Axel, der gerne neben der Zinkwanne ruht, legt seinen Kopf auf die Zaunstrebe, was unbequem aussieht, ihm aber sehr angenehm scheint, und träumt.

 

Am Teich ist die Luft feucht und mild.

Langsam verblüht die Azalee, während die Farnwedel wachsen, sich Gräser verdichten.

Die Schwalben ziehen ihre Bahnen, jagen Mücken und trinken im Flug, blitzschnell über der Wasseroberfläche, bedeckt von Blütenstaub grünlich schimmernd. Die Azalee verliert erste Blüten.

Ich setze mich einen Moment, eine Tasse Tee zieht neben mir, nehme die Ruhe um mich herum auf.

Verträumt, fast melancholisch.

Das letzte späte Licht, golden und weich.

Notiz am Rande

Einen wunderbar ruhigen Moment, mit einer Tasse Tee in der Hand, den Vogelstimmen im Ohr, einem leichten Herz... den wünsche ich Dir.
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Zeit mit unseren Schafen und der Ruf des Kuckucks

Es ist sommerlich warm. Wir holen die Schafe in unseren Garten, denn hier ist es schattiger. Und außerdem ist das Gras schön hoch gewachsen - und es scheint ihnen köstlich zu munden. Wie hübsch zudem die Gesichter aussehen, so tief in die Gänseblümchen und den Weißklee gesteckt! Da wo ein Schäfchen gerade grast, muss flugs auch ein anderes Mäulchen hin.

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Schwalbenfreude, Blüten und Gräser

Ach, diese Zeit ist so wunderbar, so wohltuend. Wir sind, wenn es irgendwie geht, den ganzen Tag lang draußen. Genießen ein Erdbeermilchshake, ein Stück Rhabarberkuchen, einen Salat mit Wildkraut aus dem Garten. Ich liebe es wie immer, auf der Weide zu sitzen, den Ponys und Schafen nah. Auf einem Zaunpflock sitzt ein mächtiger Bussard - welch prachtvoller Greif!

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Rosenreigen, Leichtigkeit und Geerdet-Sein

Ach wie die Rosen duften... Ich tauche meine Nase in die weichen Blütenblätter und bin hingerissen. Und ein wenig dafür entschädigt, dass die violette Pracht der Glyzinie langsam vorbei ist. Nur schwer kann ich diesen zauberhaften Anblick loslassen, den unfassbar betörenden Geruch, der über dem Garten hing… Alles hat seine Zeit..

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Der Mai kommt, golden schimmernd, warm und duftend

Die Nacht zum ersten Mai bricht an... Aus der Ferne sind Klänge von Musik zu vernehmen, und ich stelle mir vor, wie überall bei dem herrlich warmen Wetter die Menschen tanzen, trinken und einfach feiern. Wir sind zu Hause, genießen diesen unglaublich lauen Abend, eingetaucht in den süßlich-schweren Duft der Glyzinie, begleitet vom Geruch nach frisch gemähtem Gras - unsere Nachbarn machen zum ersten Mal Heu.

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Schwarzfellige Ostern

Kurz vor Ostern ziehen sie bei uns ein: Frida und Skelmir. Zwei liebe alte Isländer, die ihr liebes vorheriges Zuhause verlassen mussten und nun bei uns zusammenbleiben können. Ein Geschenk meines Mannes... Unsere Schafe teilen sich jetzt den Stall mit den beiden und träumen hier nachts Seite an Seite.

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April-Leuchten

Jeder Tag ist ein Geschenk, so voller Wärme, sobald der Morgen die Nacht verabschiedet, so voller Blüten, Gezwitscher und Licht. Welch Lebensfreude! Ich kann mich an all den Blumen und knospenden Zweigen kaum stattsehen. Verzeihung für das Übermaß an den Blütenbildern dieses Mal...  aber sind sie nicht alle wundervoll?

Hier ist er, mein kleiner Blog… und ich bin ein bisschen aufgeregt und gespannt, was sich ergeben wird mit diesem Anfang.

Eigentlich habe ich immer eher für mich selbst geschrieben – meine Gedanken, Gefühle notiert, in kleine Bücher, die ich irgendwo im sanften Sonnenlicht öffnete und einfach das in die Zeilen fließen ließ, was ich beobachtete, mich bewegte, beschäftigte… vor allem draußen in der Natur, in unserem Garten. Dort finde ich innere Ruhe, tanke auf, spüre all das, was mich umgibt, ganz intensiv, auch mich.

Neben dem Schreiben liebe ich es, zu fotografieren. Schon als Kind habe ich durch den Sucher geschaut – und weniger gesucht, als gefunden… Ich mag es sehr, Stimmungen einzufangen, die kleinen, feinen Augenblicke, so kostbar. Das wundersame Aufblitzen eines Eiskristalls, der Schimmer des Morgenlichts auf dem gefrorenen Teich, das überwinternde Zusammenrücken einer Gruppe Marienkäfer in unserem Gartenhaus. Es ist für mich immer wieder ein kleines Wunder, diese Ausschnitte zu entdecken, festzuhalten – mit der Kamera, vor allem im Herzen.

Und irgendwann dachte ich – warum nicht andere teilhaben lassen? Vielleicht erfreuen sich Betrachter an den Bildern, Worten… und wenn ich Glück habe, springt ein feiner Funken über.. und für einen Moment ist eine Verbindung da, ein geteilter Gedanke, ein berührendes Fühlen.

Ich habe diesen Blog „Wo sich Fuchs und Hase…“ genannt… nach dem bekannten Spruch „Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen“ – vor dem Hintergrund, dass ich auf dem Land lebe, mit meinem Mann, unseren Tieren, zwischen zwei Bauernhöfen. In unserer Zufahrtsstraße gibt es glücklicherweise keine Straßenbeleuchtung; hier sehen wir im Dunkeln in einer klaren Nacht noch wundervoll die Sterne und den Mond…und tatsächlich huscht immer einmal wieder auf leisen Sohlen ein Fuchs vorbei.

Mit etwas Glück beobachten wir Feldhasen und Kaninchen, leider viel zu wenige, die auf der Wiese nach Nahrung suchen. In meiner Vorstellung – wider besseren Wissens natürlich – leben sie in friedlicher Koexistenz; aber für einen Moment darf man ja träumen.

Auf jeden Fall erscheint mir unser Zuhause hier als eine kleine Zuflucht, etwas abgeschieden vom Rest der Welt, friedlich, ruhig, mit Unterschlupfmöglichkeiten für Wildtiere und dem Heim für uns und unsere Hunde und Katzen, mit denen wir wohnen, voller Dankbarkeit und Freude.

Vielleicht, vielleicht findest gerade einen Augenblick der Ruhe in diesem Blog, möchtest teilhaben an meinen Bildern und Worten zu meinem Erleben dieser kleinen eigenen Welt auf dem Land im Wechsel der Jahreszeiten – und spürst selbst ein bisschen Seelenfrieden, Kraft im Alltag, auch Inspiration. Das wünsche ich mir.